Montag, 6. August 2018

20. Tag: Von Zevenaar bis Gescher





Das war heute die "Königsetappe". 88 km und eine Bergankunft.
 40 km nur bergauf! Ok, zugegeben von 0,000 m/Meereshöhe auf 100 m über Meer - auf 40 km. Aber der abnehmende Sauerstoff!!
Nein, es war wohl eher die tierische Hitze heute!

Aber von Anfang an:

Es fällt mir heute schwer mich n vo "Pfannenofen" - Panoven zu trennen. Der Ort ist besonders.

Ich bin relativ früh wach und mache noch einmal einen Spaziergang durchs Gelände.


Um den Frühstücksraum sind alle Produkte ausgestellt, die in der Ziegelei so gebrannt wurden.



Auch Kanalrohre, wie es scheint.


Während des Frühstücks lerne ich auch Jans Mutter kennen. Ich drücke mein Beleid, über den Verlust ihres Mannes aus. Sie erzählt, dass die letzten Jahre nicht leicht gewesen sind, er war schon länger sehr krank. Er ist mit 82 gestorben, sie könnte etwa in meinem Alter sein. 
Jan ist heute zurück nach Mechelen gefahren.

Während ich mit Albert die heutige Tour bespreche, ich will sicher gehen, was heute "Vorschlag" - "Einfach" und "kurz" bedeuten, spielen 3 junge Katzen neben meinem Stuhl. Idylle pur. Der riesige alte Hund, Marke Flokati, - mit dem Flokati eigenen Geruch, verabschiedet sich auch von mir und rubbelt sich an meinem Knie. Auf dem Landgut Panoven habe ich Freunde gefunden,

Beim Rausfahren ein letztes Foto


Erst jetzt fällt mir auf, das es ein bisschen unheimlich ist. Schaut mir da Jans Opa aus dem Brennofen hinterher???

Meine letzte Etappe in den Niederlanden.  In Doetinchem wird mir noch einmal ein typisches Hollandbild präsentiert.


Dann ändert sich Holland mehr und mehr. 


Seht Ihr, was ich sehe? Das sind für holländische Begriffe Berge, und so fühlt es sich auch an.
Aber zum Glück, die Straßen sind kilometerlang schnurgerade, kein Gegenwind, eher ein bisschen W-Bike, und viele schattenspendende Bäume. Sonst wäre das heute eine  Qual geworden.


Aber es ist trotzdem heiß! Zum Glück komme ich in den richtigen Abständen an Geschäften vorbei, um meine Wasservorräte aufzufrischen. Einen Eistee, den ich in Doetinchem gekauft habe, ist nach einer 1/2 Stunde heiß. Nicht lauwarm oder warm, nein heiß!!
Man sagt ja Heißgetränke sind bei Hitze gut, also weg damit!

Zwischen Doetinchem........und....... Winterswijk schnurgerade Straßen, ab und zu ein Hof. Ich teste meinen Geruchssinn. Viehwirtschaft ....... Schweine...... Hühner ....... Pferde, sonst nur Felder, missratener Mais, braune Weiden.

Die Highlights der Etappe, 

3 Milchkannen in der Mittagssone (müsst Ihr Euch vorstellen, ich war zu f*** faul, den Foto rauszuholen)


Ein Eierautomat, mit Kundin. Ob man heute noch rohe Eier bekommen hat, oder nur gut durchgekochte?

Und


Die Begrüßung für den kleinen Twan. Ich freue mich mit den glücklichen Eltern und wünsche ihnen, dass   het klein kaas koppie etwas ansehnlicher ausgefallen ist!!


Tja, das war es eigentlich schon von 40 km durch die Holländischen Randgebiete.

Ein Schild und ein Vogelbeobachtungsturm behaupteten, es gäbe hier Flamingos.



Wer in diesem Vogelbeobachtungsturm keinen Herzkasper bekommt, hat ein gesundes Herz.
Ich sehe nicht einmal Ansätze eine Flamingoinsel!!
Geschweige denn irgendwo Wasser.

Und auf einmal,


scheine ich in Deutschland zu sein. Mir ist nirgendwo auf meinen kleinen Wegen irgendein "Hoheitszeichen" aufgefallen. 

Die Radwanderkarte 10, die ich heute quer durchgeradelt bin heißt: "Achterhoek" -  das bedeutet: "hintere Ecke". DAS kann ich voll und ganz bestätigen.

Aber auf deutscher Seite sind Vreden und all die anderen netten Städtchen ehrlich gesagt, auch "Achterhoek".  

Ich muss zugeben, ich habe ein Faible für  all die "Acherhoeks" dieser Welt - wie in einem Haus überlebt da manches, was anderswo längst auf der Müllhalde der Geschichte gelandet ist!

Auf alle ACHTERHOEKS dieser Welt !! 



15:30 Zielankunft in Gescher. 

Jetzt bin ich doch froh aus der Sonne und aus den Radelklamotten zu kommen. 

Gescher die Glockenstadt, hat eine renommierte Glockengießerei und ein Glockenmuseum. Für beides ist es zu spät und zu heiß.

Ich verziehe mich in das kühlste "Achterhoek" meines Zimmers und lasse den Tag ausklingen.

Gerade Tage, die sich durch NICHTS - absolut NICHTS auszeichnen, bleiben oft lange im Gedächtnis haften.

Übrigens: Morgen ist meine letzte Etappe dieser Reise. Ich hoffe Morgen um die Zeit bin ich in Münster. 
Ein Ruhetag und Stadtbesichtigung.
Und Donnerstag geht es mit dem Zug zurück nach Engen.
Sind wirklich 3 Wochen schon fast rum. Anders ausgedrückt, waren das wirklich nur 3 Wochen?

Bis Morgen!!

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