13.Tag: Von Wamel nach Dordrecht
Karte
Das alte Fährhaus hat Atmosphäre. Aber leider kein gutes Frühstück. Pappbrötchen und Klebekäse. Aber die Wirtin ist sehr nett. Sie gibt sich redlich Mühe, meine Verwirrung von gestern aus dem Weg zu räumen. Also Albert hatte keinen Kurzschluss auf seiner Platine.
Diese Fähren, Seitenarme und Kanäle, die haben eher mich durcheinander gebracht. Vor allem bin ich gestern nicht 3x über den Waal, sondern nur 2x. Kurz vor Tiel das war der Kanal nach Amsterdam. Hätte ich mir auch denken können! Eine Schleuse habe ich doch gesehen, die konnte gar nicht am Waal sein.
Ein wunderschöner Morgen am Waal
Es zeichnet sich jedoch ab, dass es wieder ein heißer - und windiger Tag werden wird. Aber die Radwege sind 1.Sahne. Im ersten Abschnitt mehr an Kanälen entlang, als am Fluss.
Und immer noch bin ich im Obstland. Obstplantagen ohne Ende.
Aber dass, meine "Abate"- Birne nicht aus Italien sondern aus Holland kommt ist noch eine Enttäuschung
An manchen Häusern kann man noch ein altes Obstaufbewahrungssystem sehen.
Unter dem Dach stehen die Obstkisten. Wenn die Ernte gut war, wird das Dach, Obstkistenlage, für Obstkistenlage angehoben. Genial. Und bei dem Wind in Holland wird das Obst stets gut "belüftet", so dass nichts fault oder schimmelt - vermute ich mal.
Ob der Obsthandel wirklich so lukrativ ist? Oder muss man da mit Anderem handeln, um solche Schuppen hinzustellen. Sogar die Garagen sind mit Reed gedeckt. Chic.
Aber wie schon vorgestern. Wenn man nicht höllisch aufpasst ist man von einem Holland im nächsten. Den Übergang vom Blumenholland zum Obstholland habe ich nicht gemerkt und heute genausowenig. Auf einmal war ich im Milch- und Käseholland. Frau Antje habe ich heute zwar nicht getroffen, aber Häuser, die ihrer Haube nachempfunden sein müssen.
Auf den zweiten Blick wird klar, warum hier Milchwirtschaft vorherrscht. Das Land ist viel sumpfiger als die Regionen davor. Das Bilderbuch Holland mit Kanälen und Windmühlen
Die Windmühlen dienten hier der Entwässerung, was man auch an dieser Mühle sehen kann.
Das hier ist eine Weiterentwicklung der Turmwindmühle, bei nur die obere Kappe drehbar ist und in den Wind gestellt wird. Aber im Prinzip heute nur noch Museum.
Und hier ist der Rechen, aus dem das Wasser aus der Pumpmühle kommt.
Direkt daneben, heute dies:
Ich hätte den Mann im Traktor gerne gefragt, ob es nicht schöner wäre, die Pumpmühle anzuwerfen, als dafür Diesel zu verbrennen. Aber die Maschine hat so einen Lärm gemacht - keine Chance.
Mit der Pumpe hat er Wasser aus dem tiefer gelegenen Kanal in den höher gelegenen gepumpt. Warum? Keine Ahnung!
Die meisten Kühe waren heute in den Stallungen, die Wände waren geöffnet. Aber ein paar "Glückliche Kühe" gab es doch.
Auf einem Radwegweiser steht "Leerdam 6 km" - Alles klar! Wer weiß, vielleicht kommt der "Käse mit dem nußigen Geschmack" - den ich heute im Entstehungsstadium gesehen habe, in ein paar Monaten ins Kühlregal nach Engen.
Schafe gibt es hier übrigens auch. Aber da muss man heute genau hinschauen.
Außer an Frau Antje hat mich die heutige Tour an einen weiter großen Holländer erinnert und ich habe eine "kunstgeschichtliche" Entdeckung gemacht.
Denkt Euch die "Skyline" weg: goldgelbe Stoppel/Weizenfelder, schwarze Krähen und blauer Himmel! Eindeutig oder?
Und dann dies:
Wisst Ihr was? Bei allem Gedöns um das besondere Licht der Provence - der gute Vincent hatte manchmal ein bisschen Heimweh!
Und kurz nach Mittag "frischt" der Wind auf. "Frischt auf " hört sich so nett an, aber so richtig toll finde ich das nicht. Dabei tut der Holländer alles um mich bei Laune zu halten
Ist das nicht lustig? Jetzt aber: "Ein Kreisel- im Kreisel!!" Ich werf mich weg!
Meine heutige Unterkunft soll am Rande eines Naturschutzgebietes liegen und so eine Art alternative Jugendherberge sein. Als mich Albert in ein Industriegebiet lenkt, bin ich nicht sehr amused.
Ich radle die ganze Straße ab. Kein "Stayokay"- Hotel. Ich frage Leute - "nie gehört!" Dann aber einer, der weiß was Sache ist, ein Straßenkehrer. "Stayokay" - klar das liegt dort woher du kommst, ungefähr 1,2 km hinter der Brücke.
Will er mich veräppeln, ich habe nicht ein einziges Hotel gesehen. Alles sah so aus.
Doch du musst den ganzen Weg zurück unter der Brücke durch und dann rechts in den Wald.
jetzt dämmert es mir. Manchmal hat Albert Probleme mit Zahlen ("Spezialbegabung im Zahlenraum bis 10"). Heute Morgen hat er die Hausnummer nicht erkannt. Dann kommt standardmäßig die Frage: "Soll ich die Mitte der Straße wählen?" und standardmäßig drücke ich dann auf ja. Mitte der Straße heißt aber bei dieser, 2.5 km links und 2.5 km rechts. Ich bin von der Brücke gekommen und da lag die Mitte der Straße rechts. Stayokay liegt aber von der Brücke aus links.
Also bin ich erst einmal in die falsche Richtung geradelt.
Was ich mir merken muss!
Wenn man sich auf jemand verlassen kann, dann auf die Städtische Reinigung!
Das "Stayokay" liegt wirklich idyllisch und bietet wirklich Alles was man für eine Nacht braucht . außer Handtücher. Bett muss man selbst beziehen. JuHe im gehobenen Stil. Gefällt mir!
Und wirklich gleich hinter der Herberge beginnt ein schöner Erlenwald, Kanäle und Wege. Vielleicht mache ich ja noch einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet gleich hinter der Raffinerie. Vorausgesetzt, die Schnaken sind "häbig"!
Wir sehen uns!!


















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen