8. Ruhetag in Köln
Ausschlafen, Wäsche waschen, Ausruhen.
Aber ein wenig Kultur möchte schon sein. Martin hat mich an die S-Bahn Station Porz(Rhein) gefahren und ich bin mit dem Zug direkt an den Kölner Dom. Nirgendwo kann man so gut mit dem Zug zur (in die) Kirche fahren.
Und der Dom ist ja auch immer einen Besuch wert.
Der Dom ist ja eine Dauerbaustelle. Diese Figuren sind "neu" - und das Gesicht kommt mir überhaupt nicht mehr "gotisch" vor. Seltsam, auch das andere hat etwas ganz eigenes
Diese breite Nase passt so gar nicht zu den anderen Figuren an diesem Seiteneingang. Erinnert mich an den Stil der 50er Jahre?
Der Dom ist ja eine Dauerbaustelle. Diese Figuren sind "neu" - und das Gesicht kommt mir überhaupt nicht mehr "gotisch" vor. Seltsam, auch das andere hat etwas ganz eigenes
Diese breite Nase passt so gar nicht zu den anderen Figuren an diesem Seiteneingang. Erinnert mich an den Stil der 50er Jahre?
Ich will mal wieder in die Sammlung Ludwig, gleich hinter dem Dom.
Das Gebäude selbst ist noch immer sehenswert. Und die Sammlung ist so riesig, dass man immer wieder neue "Ausstellungen" zu sehen bekommt. Die "Klassiker" der Pop-Art sind natürlich immer dabei,
Und das mobile Kriegerdenkmal hat nichts von seiner Brisanz verloren!
Die Sonderausstellung ist "die erste umfassende Überblicksausstellung" von Haegue Yang. Von ihr haben wir im Frühjahr schon einiges in Hamburg gesehen, aber diese Ausstellung ist wirklich beeindruckend.
Ich liebe ihre hardware store Installationen. Kunst aus dem Baumarkt. Alle Materialen stammen aus Baumärkten - da habe ich sehr große Sympathien für!
Aber allzu lange macht es heute keinen Spaß sich in der Stadt aufzuhalten. Es zieht mich zurück in den Garten von Zürndorf. Schließlich ist heute Ruhetag.
Und ich muss ja noch den Kölnbezug mit dem Holländer Michel herstellen.
Dass die Sagengestalt des Holländer Michels als riesiger Kerl mit breiten Schultern und enormer Kraft dargestellt wird - könnte auf einen realen "Sagenkern" hindeuten. Der war so stark, dass er sogar mehr Stämme als andere in seine Flosse einband.
"Der Michel war ein Arbeiter, wie selbigen Holzherr noch keine gehabt.. Und so war es; der Floß mit dem er ab gehen sollte hatte 8 Glaich (Glieder) und waren im letzten von den größten Zimmerbalken. Am Abend zuvor bringt der lange Michel noch 8 Balken ans Wasser, so dick und lang als man keine je sah..."
Der Holzherr gab den Auftrag das Holz nach Köln zu bringen. Aber der Holländer Michel sah das anders:
".. So waren sie die Hälfte der Zeit, die man sonst brauchte, nach Köln am Rhein gekommen,
Michel leitete das Boot und brachte sie schnell nach Rotterdam.. wo die Stämme zum vierfachen Preis verkauft wurden, ... den braven Mann aber, der ihnen abgeraten hatte, verkaufte der Holländer-Michel an einen Seelenverkäufer. Von da an war Holland im Schwarzwald das Paradies.
Der Holländer Michel war von da an verschwunden. Aber er spukt noch immer. Er sucht in Sturmnächten die schönsten Stämme aus, bricht sie und schenkt sie denjenigen, "welche vom Rechten" sich abwenden und zu ihm gehen um Mitternacht.Bringen sie dann die G´stair ins Wasser, und er rudert mit ihnen nach Holland.
"Aber wäre ich Herr und König in Holland, ich ließe ihn mit Kartätschen in den Boden schmettern; denn alle Schiffe, die von dem Holländer-Michel auch nur einen Balken haben, müssen untergehen..sooft der Holländer-Michel in einer Sturmnacht eine Tanne fällt, springt eine seiner alten aus den Fugen des Schiffes; das Wasser dringt ein, und das Schiff ist mit Mann und und Maus verloren..."
Ist es nicht erstaunlich wie hellsichtig Hauff schon um diese Zeit erkannt hat, wie Kapitalismus funktioniert. Wie man die Wertschöpfungskette aufrecht erhalten muss, und wie die "Sollbruchstellen" für stetige Nachfrage sorgen?
Romantik mit "Weltflucht" gleichzusetzen, trifft nicht alle Facetten dieser Epoche!!
Aber erst einmal Schluss mit dem Holländer Michel. Morgen geht es weiter, ich komme dann an Mühlheim vorbei, wo die Stapelplätze gewesen zu sein scheinen, und mache mich weiter auf den Weg ins "Paradies der Schwarzwälder"
Liebe Ana Astrid, lieber Martin! Lieber Oetker-Clan, habt ganz herzlichen Dank. Ihr habt mich, so herzlich aufgenommen, so toll bewirtet, dass es mir schwer fallen wird, wieder in "normalen" Bed&Breakfast Unterkünften abzusteigen.
Das war war ein Fünfsterne Aufenthalt! Danke!!

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